Einer Gruppe von Hackern ist es gelungen, in das Netzwerk der Citibank einzudringen. Eine Sicherheitslücke in der überwiegend auf Windows basierten Rechnerlandschaft ermöglichte den virtuellen Einbruch und die damit einhergehende Entwendung von unverschlüsselten Pin-Codes. Bei der Aktion verloren die Kunden der Citibank mehrere Millionen US-Dollar.
Die Kundschaft ist bezüglich der aktuellen Geschehnisse fassungslos. Es ist ihnen ein Rätsel, wieso die Bank bei solch sensiblen Daten wie Pin-Nummern auf eine ordnungsgemäße Verschlüsselung verzichten konnte. Durch eine Sicherheitslücke in den für Zahlungsgeschäfte verwendeten Rechnern haben sich die Hacker Zugriff auf das Netzwerk verschafft. Die Rechner waren zum Zweck der Fernwartung an das Internet angeschlossen und somit für jegliche Hackangriffe erreichbar. Üblicherweise gibt es für sensible Daten, besonders im Bankwesen, strenge Vorschriften bezüglich der Verschlüsselung. Solchen Sicherheitsmaßnahmen ist die Leitung der Bank offensichtlich nicht nachgekommen. Avivah Litan von Gartner-Research bringt die Bedeutung der Verschlüsselung auf den Punkt: “PINs müssten eigentlich etwas Unantastbares sein. Dieses Beispiel verdeutlicht wieder einmal, dass man auf die Verschlüsselung nur allzu gerne verzichtet. Speziell diese Bank benötigt ganz dringend effektivere Diebstahlerkennungs- und Authentifizierungsmechanismen.”
Die konkrete Zahl der betrogenen Kunden ist aktuell noch unklar. Da die Hacker im Zeitraum von Oktober 2007 bis März diesen Jahres Zugriff hatten, dürfte die Zahl allerdings dementsprechend hoch sein. Welche Sicherheitslücke dabei konkret ausgenutzt wurde, ist bis dato unbekannt. Die eigentlichen “Übeltäter” konnten noch nicht dingfest gemacht werden. Allerdings ist es der Polizei gelungen, drei Personen, welche die Pins in Online-Foren gekauft haben, festzunehmen. Den wohl bedeutensten Fang machten der Staatsanwalt von New York bei einer Hausdurchsuchung in der Wohung von Yuriy Rakushchynets, einem 32-jährigen ukrainischen Immigranten. Über eine Million US-Dollar Bargeld fanden die Beamten dort vor. Rakushchynets ist schon längst kein unbeschriebens Blatt mehr in der “Carder-Scene”. Er ist sowohl dem FBI als auch dem US-Secret-Service durch seine Aktivitäten in osteuropäischen “Kreditkarten-Foren” wohl bekannt. Bei der Durchsuchung der Wohnräume ertappten ihn die Beamten quasi auf frischer Tat, denn er war zum Zeitpunkt des Zugriffs in einem der Foren eingeloggt. Als die Beamten seine Frau auf die Quelle des Bargelds ansprachen, antwortete diese, dass ihr Mann mit einer größen Stückzahl Bankkarten die Wohnung verlassen hat und mit dem Bargeld zurückkehrte. Es scheint als hätte man zumindest ein paar Käufern der PINs das Handwerk legen können.
Mit dem eigentlichen Hack hat aber weder er noch das inhaftierte Ehepaar Biltse etwas zu tun. Auch gegen sie wird wegen versuchtem Missbrauch der gestohlenen Daten ermittelt. Das FBI hat eine Blacklist erstellt, dessen Warnsystem diese umgehend über jegliche Transaktionen informiert und zu den Käufern der PINs führen soll. Die eigentlichen Täter konnten derzeit noch nicht ermittelt werden. Verursacher des Dilemmas sind ohne Frage auch die Verantwortlichen für Sicherheitsfragen bei der Bank selbst.
Quelle: gulli.com





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